Lieber Besucher, Sie finden hier viele interessante Anregungen rund um das Thema:  Chronische Wunden 

Definition der Wunden
Ausgehend von der Entstehungsursache lassen sich traumatische, iatrogene und chronische Wunden unterscheiden. Zu den traumatischen Wunden zählen mechanische Verletzungen (z.B. Schürf- und Bisswunden), thermische Verletzungen, chemische Verletzungen und Strahlenschäden. Iatrogene Wunden sind Hautdefekte, die zu therapeutischen oder diagnostischen Zwecken gezielt gesetzt werden, z.B. Inzisionen. Chronische Wunden können sich hingegen in Folge einer Grunderkrankung entwickeln, wie z.B. Diabetes mellitus, venöse oder arterielle Insuffizienz oder aufgrund einer Immobilisation. Diese Wunden zeigen trotz sachgerechter lokaler Behandlung innerhalb von vier Wochen keine eindeutige Heilungstendenz und stellen ein erhebliches klinisches Problem dar.

Arten chronischer Wunden
Je nach Ursache unterscheidet man zwischen Ulcus cruris, Diabetischer Grangrän, Dekubitus und ulzerierenden Tumoren. Ursächlich sind Störungen der Haut aufgrund von Durchblutungs- oder Stoffwechselstörungen (Ulcus cruris, Diabetisches Fußsyndrom), permanent einwirkendem Druck (Dekubitus) oder systemischen Erkrankungen (ulzerierende Tumore). Die normale Wundheilung wird gehemmt oder bleibt sogar ganz aus. Daher ist es wichtig, den Patienten in seiner Gesamtheit zu betrachten und vor der eigentlichen Untersuchung der Wunde die zugrundeliegenden Ursachen und patientenbezogenen Bedürfnisse sorgfältig zu erfassen.

Die Wundheilung verläuft in drei sich überschneidenden Phasen, der Reinigungs- oder Exsudationsphase, der Granulations- oder Proliferationsphase und der Regenerations- oder Epithelisierungsphase.

Dekubitus

Der Dekubitus gehört zu den häufigsten chronischen Wunden. Auch wenn es keine genauen Prävalenz- und Inzidenzdaten gibt, lässt sich die Häufigkeit aus den durchgeführten Studien ableiten. Die Prävalenz liegt demnach bei 5-10 % im Krankenhaus und bei ca. 30 % in geriatrischen Klinken und bei 20 % in Alten- und Pflegeheimen. Die häufigsten Lokalisationen sind das Gesäß gefolgt von der Ferse und das Kreuzbein folgt an dritter Stelle. Knapp 50% bestanden weniger als 2 Wochen und rund 1/3 Drittel zwischen 2 Wochen und 3 Monaten und 14 % bestanden länger als 2 Monate. Wundschmerz und Wundinfektionen haben oftmals einen negativen Einfluss auf die Abheilung des Dekubitus. Für die Wundversorgung des Dekubitus kommen prinzipiell alle Typen der Wundauflagen, je nach Indikationsstellung, in Frage.

Diabetisches Fußsyndrom

Bis zu 20% der an Diabetes mellitus Erkrankten, in Deutschland ca. 6 Millionen, entwickeln über die Zeit ein Diabetisches Fußsyndrom: die DDG gibt die Inzidenz mit 2,2 bis 5,9 % an. Durch die Schädigung der autonomen, sensorischen und motorischen Nervenfasern kommt es zum bekannten Krankheitsbild. Die verminderte bis fehlende Empfindung für Schmerz, Temperatur etc. führt dazu, dass Verletzungen nicht oder zu spät vom Patienten wahrgenommen werden mit den bekannten Folgen. Die beim DFS auftretenden Wunden zeigen oftmals eine verzögerte Wundheilung. Die Compliance der Maßnahmen leidet oftmals bei den Patienten. Die Wundversorgungsprodukte müssen daher eine hohe Akzeptanz beim Patienten aufweisen, z.B. durch einen angenehmen Tragekomfort.

Ulcus Cruris Venosum

Das Ulcus cruris venosum bildet sich aufgrund einer chronischen Venenschwäche (CVI) am Unterschenkel aus. Nur jedes fünfte venöse Ulcus bildet sich nicht an der Knöchelinnenseite aus. Eine Minderversorgung führt zum Gewebetod und einer meist schlecht abheilenden Wunde. Das Ulcus curis venosum gehört zu den häufigsten chronischen Wunden und ist mit bis zu 80% die häufigste Form des Ulcus cruris in Deutschland. Die Prävalenz ist stark altersabhängig und nimmt mit zunehmendem Alter zu. DieRezidivrate ist hoch: 1/3 der Patienten erleidet ein Rezidiv, 1/3 von zwei bis drei und 1/3 mehr als 4 Rezidive. Oberstes Therapieziel ist es die Durchblutung wiederherzustellen bzw. zu verbessern und dann die Wunde zum Abheilen zu bringen. Moderne Wundverbände können dabei die Wundheilung kosteneffektiv unterstützen.

Ulcus Cruris Mixtum

Die Behandlung der arteriellen Durchblutungsstörung steht beim Ulcus cruris mixtum im Vordergrund. Dadurchwird erst die Grundlage für die Behandlung der venösen Durchblutung geschaffen. Durchblutungsfördernde Maßnahmen sind hierbei eine der wesentlichen Therapiemaßnahmen. Da die Behandlung der arteriellen Ursache die erste Priorität hat, ist eine sichere Diagnosestellung entscheidend. Ein wichtiges Anzeichen für arterielle Ursache ist die Lage des Ulcus; venöse Ulzera liegen meist medial und arterielle Ulzera an der Außenseite des Unterschenkels. Jedes an einer atypischen Seite gelegenes Ulkus ist verdächtig eine arterielle Komponente zu haben. Chirurgische und auch konserative Wundtherapie, z.B. durch aktive und nicht-aktive Wundauflagen, unterstützen die Wundheilung und damit den Therapieverlauf.